Ein Mann sitzt in seinem Arbeitszimmer. Es ist Samstag, und er ist gerade aufgestanden. Er hat sich einige Gedanken zu seinem laufenden Projekt notiert, die ihm im Bett gekommen sind. Nun sind sie aufgeschrieben und der Kopf ist frei fürs Wochenende – in dem es nichts Dringendes zu tun gibt.
Unschlüssig, was er jetzt tun soll, bleibt der Mann sitzen. Sein Blick wandert durch das Zimmer: Der Schreibtisch, das Regal, der Ausblick aus dem Fenster. Auf einem Foto an der Pinnwand betrachten einige Menschen auf einem Berggipfel den Mond. Der Berg ist in Guatemala. Der Mann war auch dort und hat das Foto gemacht. Die Stimmung ist unwirklich: Es ist gerade Sonnenaufgang, aber man sieht noch klar den weissen Mond vor dem blauen Himmel.
Er könnte seine Unterlagen sortieren.
Er könnte ein Buch weiterlesen.
Er könnte spazierengehen.
Er könnte…
Das Regal ist ein schlichtes Stahlgestell, die Wand dahinter ist blau. An der Wand hängen einige Schwarz-Weiss-Fotografien und die Bücher im Regal sind bunt. Der Schreibtisch ist unaufgeräumt: Computerzubehör, Unterlagen, Sonnenbrillen, Kugelschreiber, Bücher sowie eine kleine Trommel (ein „Tamborim“) liegen wild durcheinander. Auf der blauen Glasplatte des Schreibtischs sieht man einige Fingerabdrücke. Der Papierkorb ist voll.
Er könnte den Papierkorb herunterbringen und leeren. Doch auch diese Vorstellung reisst ihn nicht vom Hocker. Er bleibt sitzen und schaltet seinen inneren Rhythmus auf „slow“.
