Gerade als sie gehen will, kommen die Frau und ich doch noch ins Gespräch. Ich frage sie, was sie in ihr Notizbuch geschrieben habe – ein Tagebuch ? Nein, philosophische Gedanken.
Wurde ja Zeit, dass ich mich mal mit jemandem unterhalte, der auch schreibt. Da kommen meine Kurzgeschichten über Begegnungen mit anderen Menschen gerade recht. Ich erzähle, wie ich gerade die Story zum Performancestück „City of Cultures“ geschrieben habe, wie nahe mir das gegangen ist und dass diese Story deswegen auch etwas länger als die anderen wurde.
Wie lange ich schon schreibe, will sie wissen. Nun, dies ist etwa meine zehnte Geschichte geworden; ein Novize sozusagen. Aber es macht mir ja Spass, ist etwas für mich, besonders schön daran ist das Bleibende an den Erlebnissen. Ob ich gut andere Menschen charakterisieren könne ? Weiss ich nicht, aber es macht mir jedenfalls Spass, im Nachhinein aus den flüchtigen einzelnen Eindrücken irgendein Bild zusammenzusetzen.
Sie schreibt im Moment über die Leichtigkeit. Ich glaube, ich höre nicht recht, genau mein Thema… Nach ihrer Theorie kommt es darauf an, die Hindernisse zur Leichtigkeit zu erkennen und irgendwann aufzulösen. Bei ihr ist das oft der Ärger über andere Menschen, der letztlich aber immer aus ihren eigenen Problemen resultiere. Als kommt es darauf an, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein ? Genau.
Ich verstehe sie so gut, dass es sie fast irritiert. Normalerweise redet sie ungern über ihre philosophischen Gedanken, weil dies die meisten anderen Menschen verwirre. Nun trifft sie mal auf einen, den dies nicht verwirrt, und dies verwirrt sie selbst.
